Ljubow Sirota
Ljubow Sirota (*1956 in der Kasachischen SSR) wuchs in Kirgisien auf und zog 1975 in die Ukraine. Ab 1983 lebte sie mit ihrem Sohn in Pripjat, wo sie im Kulturhaus arbeitete und erste Theaterstücke inszenierte. Nach der Reaktorkatastrophe von Tschernobyl 1986 wurde sie evakuiert und engagierte sich anschließend für ehemalige Bewohner der Stadt. Sie arbeitete bis 1992 im Dowschenko-Filmstudio in Kiew, konnte ihre Tätigkeit jedoch aufgrund strahlenbedingter Erkrankungen nur eingeschränkt fortsetzen. Internationale Bekanntheit erlangte sie mit dem Lyrikband „Noscha“ und dem Dokumentarfilm „Tschernobyl – Die Schwelle“, der früh die sozialen Folgen der Katastrophe thematisierte. Nach Stationen in Kiew und auf der Krim lebt sie heute im österreichischen Exil und schreibt weiter über Erinnerung, Verlust und Verantwortung.